Jubiläumskonzert

von Extern (Kommentare: 1)

Gesangverein Germania: Hemsbacher Gospelchor sprüht zum Jubiläum vor Sangesfreude / Weitere Auftritte decken große Spannbreite ab

Beste Werbung für den Chorgesang

HEMSBACH. Jubiläen sind allemal Anlass zu glanzvoller Präsentation, und auch der Gospelchor des 125 Jahre alten Gesangvereins Germania 1889 ließ sich diesen Anlass nicht entgehen. Mit einem Festkonzert, das den Vergleich mit Aufführungen professioneller Chören absolut nicht zu scheuen braucht, fand das Jubiläum seinen adäquaten musikalischen Ausdruck. Die Freude, den Jubelchor in der Christuskirche begrüßen zu dürfen, stand Pfarrerin Monika Lehmann-Etzelmüller ins Gesicht geschrieben. Schirmherr Bürgermeister Jürgen Kirchner hob in seiner Ansprache das hohe Niveau und die großen Erfolge des Gospelchores über die Stadtgrenzen hinaus hervor und betonte angesichts des Chores im Altarraum: „lhre Konzerte sind einmalig, denn jedes Konzert ist ein neuer schöpferischer Akt.“

Spende an die Kindergärten
lm Willkommensgruß der Vorsitzenden Petra Baumann wurde dann auch deutlich, dass sich der Gospelchor ganz auf dieses Jubiläumskonzert konzentriert hatte. Aus dem einstigen Arbeiter-Männerchor sei ein Gospel-Frauenchor geworden, das deutsche Liedgut zum modernen deutschen Liedgut verändert worden, gemischt mit Gospel, Spiritual und Musicals. Daher laute das Jubiläumsmotto: „Germania im Wandel der Zeit“. Geblieben sei über 125 Jahre die Freude am Singen und an der Musik sowie der Spaß an der Gemeinschaft. Der Erlös des Konzerts fließt laut Baumann in die musikalische Förderung der fünf Kindergärten in Hemsbach.

Lupenreine Intonation
Nach dem feierlich triumphierenden Orgelwerk „Fanfare“ von Theodore Dubois, mit reichem Effektenspiel serviert vom Organisten Markus Wind, bot der Gospelchor unter Leitung von Peny Bauer eine glänzende Einführung in das Konzert mit seinem Liedblock. Spielend schafften es die 56 ganz in weiß gekleideten Sängerinnen ihre gute Laune und die Freude am Chorgesang auf das Publikum überspringen zu lassen. Bestechend ihre lupenreine lntonation des Chorwerkes „Precious Memries“ von Mathias Pogoda und des getragen und sanft im Piano gesungenen Chorsatzes „Tebe Poem“ von Dimitri Bortniansky „O Herr, gib Frieden, den Frieden dieser Welt, wir bitten dich, erhöre uns“.

Perfekt auch die Harmonie bei dem in verschiedenen Versionen gesungenen Lied „Sah ein Knab ein Röslein steh’n“ von Johannes Bittner und fein akzentuiert die Aussprache beim „I dreamed a dream“ aus „Les Miserables“. ln jeder Sekunde war in den strahlenden Gesichtern und leuchtenden Augen der Sängerinnen ihre Lust am Singen und ihre Begeisterung für den Chorgesang zu sehen. Am Klavier begleitete sie Renny Löffler.

Nach diesem grandiosen Auftakt stellte sich der Männerchor Liederkranz Hemsbach unter Leitung von Edith Schmitt vor. Mit den Liedern „Abendfrieden“ von Franz Schubert und „Der träumende See“ von Robert Schumann begeisterte der Chor durch seine instrumentale Stimmführung und durch die glaubwürdige Deutung dieser Naturidylle. Seltsam vertraut schwebten beim Lied „Dir singen wir“ von Quirin Rische die Worte „Herr, dir danken wir, wir beten dich an“ durch das Gotteshaus. Text und Melodie sprachen zu den Zuhörern vom höchsten Herrn und seinem göttlichen Glanz.

Festhymnus
Unter Leitung von Peny Bauer beeindruckte der gemischte Chor des Sängerbund Großsachsen mit dem „Festhymnus“ von W. Berger und mit dem schönen Chorsatz „Swanee River“ von Jacob Bürthel mit seinen ausgeprägten musikalischen Bögen. Dynamischer ging der Chor das energiegeladene Stück „Mamaliye“ von M. Detterbeck an, großartig begleitet von der Trommlerin Lisa Goecke und von der Pianistin Renny Löffler.

Ein nicht ganz einfaches Genre hatte der Frauenchor Edingen unter dem Dirigat von Peny Bauer gewählt. ln souveräner Mehrstimmigkeit und glänzend akzentuiert, bot der Chor die Stücke „Oh, Peter go ring them bells“ von Carl-Bertig Agnestig, „Shenandoah“ von KarlHeinz Jäger und „Let my light shine bright“ von Jacob Bürthel dar. ln der Pause wurden im Pfarrgarten die Gäste vom evangelischen Kirchenchor bewirtet; dort wurde auch gefachsimpelt. Zu Beginn des zweiten Teils setzte Organist Markus Wind die „Toccata in seven“ von John Rutter wirkungsvoll in Szene. Erstaunlich versiert präsentierte sich danach der Frauenchor des Liederkranzes Sulzbach mit seiner Dirigentin Peny Bauer. Verblüffend die Perfektion der Stimmen beim sehr rhythmisch daher kommenden Song „Joyfully sing“ von Linda Spevacek und beim auf hohem stimmlichen Niveau gesungenen „Adiemus Medley“ von P. Dietzler, K. Jenkins & Ch. Ohm.

Die schwarz gekleideten Damen mit einem gestickten silbernen Notenschlüssel auf ihrem Gewand hatten das Publikum in Hemsbach gleich für sich gewonnen, denn ihre Konzentration stand mit ausgeprägter Legato-Kultur auch bei John Rutters Chorsatz „I will sing with the spirit“ wie eine Eins. Den Gesang begleiteten kongenial mit der Querflöte Jürgen Döringer und am Klavier Renny Löffler.

Große Spannbreite
Das Konzert bot eine unglaubliche Spannbreite an musikalischem Repertoire, denn auch der Männerchor vom Liederkranz Sulzbach mit dem Dirigenten Ludwig Reinhard bot eine Demonstration vokaler Hochkultur mit dem Stück „The Rose“ von Michael Kuhn und mit dem fulminant intonierten Chorwerk „Kumbayah“ von Otto Groll sowie mit dem sich immer höherschraubenden „Amen“ von Jester Hairstone. Wer hört nicht gerne so einen stattlichen Chor.

Zum Siedepunkt geführt
Welch ein perfektes Chorgebilde mit 56 Damen der Gospelchor der Germania Hemsbach ist, bewiesen nochmals die Songs „Rock my soul“ von Arnold Freed und „In Remembrance“ von Ragan Courtney & Buryl Red. Enthusiastisch die Reaktion des Publikums, als die Frauenchöre von Hemsbach, Sulzbach und Edingen das „Halleluja“ von Kobi Osrat zum Besten gaben und danach der Gospelchor der Germania mit seiner Hymne „Oh, happy day“ die Stimmung in der Kirche zum Siedepunkt führte. Die Zuhörer applaudierten stehend und für die SchlussOvationen dankten die Sängerinnen mit „Halleluja“ als Zugabe.

Dieses Konzert war beste Werbung für den Chorgesang, bei dem jeder Chor sein eigenes Profil zeigte. Der Vorsitzende des Sängerkreises, Rudi Neumann, stellte fest: ,,So mancher sagt, der Chorgesang liegt im Sterben. Heute wurde das Gegenteil bewiesen. Der Sängerkreis Weinheim kann auf diese Chöre stolz sein“.       

G. J

Quelle Text:  Weinheimer Nachrichten 22.07.2014

Vielen Dank für die  freundliche Genehmigung

 

 

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Natascha Haack

Von: Natascha Haack

Am:

Um: 22:39

Es war soooo schön :) ich bin
so stolz ein Teil davon zu sein :)